00:00:10: Hallo und herzlich willkommen in faires naiver Welt, deinem Podcast für mehr Empathie und Kitas.
00:00:15: Ich bin Fairfinger, ich bin selbstständige Weiterbildnerin für pädagogische Fachkräfte, ich Bin Kindheitspädagogin, Autorin und wie du hören kannst, Podcasterin Dinge, die ich mache in meinen Fortbildungen.
00:00:30: In den Podcasts und neuerdings auch in Büchern geht es um ein paar Schwerpunktthemen wie zum Beispiel Adultismus und Partizipation.
00:00:38: Und hier im Podcast versuche ich dann Situationen aus den Kindertageseinrichtungen aufzunehmen, zu reflektieren.
00:00:46: Fachwissen da reinzugeben und zu gucken wie würde es denn besser gehen?
00:00:49: Was könnten wir denn
00:00:50: tun?".
00:00:51: Und der Deal ist du nimmst dir das mit was du brauchen kannst und alles andere lässt du da!
00:00:56: So jetzt möchte ich gar nicht ewig lange rum sprechen.
00:00:59: Ich habe nämlich heute einen Gast eine Gästein eingeladen Und zwar Dr.
00:01:06: Andrea Torres und ich freue mich total darauf, weil wir schon ganz lange im Kontakt sind immer wieder zu einem Thema das dich vielleicht auch betrifft und da sage ich gleich noch mal was dazu.
00:01:18: jetzt stelle ich dir kurz Andrea Torres vor.
00:01:20: Sie lehrt und forscht nämlich am Institut für Kindheits- und Schulpädagogik an der Justus Liebig Universität in Gießen.
00:01:29: Und beschäftigt sich da ganz viel mit kindlicher Entwicklung, mit der frühpädagogischen Qualität, mit Inklusionen.
00:01:36: Sie leitet dazu zum Beispiel auch den Masterstudiengang für inklusive Pädagogic und Elementarbildung.
00:01:41: Sie beschäftigt es sich viel mit Neurodivagenz hat, ich glaube Anfang letzten Jahres war das ein Buch herausgegeben.
00:01:50: Das schwierige Kind-Fragezeichen und unter anderem über dieses Buch sind wir noch mal auf das Buch gekommen dass jetzt gerade Sandra Richter und ich raus gegeben haben zu Adultismus weil herausforderndes Verhalten und Adultismus auch immer so ein bisschen zusammenhängen.
00:02:06: Eigentlich, oder was heißt eigentlich?
00:02:08: Wir wollen heute auch darüber sprechen wie du in der Praxis Menschen begegnen kannst die sich unfach nicht äußern.
00:02:14: Was du dann dazu sagen kannst wie das gehen kann.
00:02:17: so sind wir eigentlich drauf gekommen.
00:02:18: So Andrea ich freue mich total dass du da bist dass es geklappt hat.
00:02:24: Genau Ich hoffe ich habe jetzt nichts vergessen und Du darfst voll gerne noch ergänzen was für dich noch wichtig wäre.
00:02:31: Ja, herzlichen Dank für die Einladung.
00:02:33: Ich freue mich natürlich hier zu sein und mit dir heute darüber einen Austausch zu gehen.
00:02:38: also tatsächlich fällt mir nichts ein was es zu mir noch sozusagen gäbe.
00:02:42: ich bin auf Instagram aktiv da findet man mich unter andrea punktures und ja ich denke wir haben da sehr verbindende Themen.
00:02:51: über die ist sich lohnt sich heute genauer auszutauschen.
00:02:55: Ja, das denke ich auch genau dein Instagram-Account.
00:02:58: Den habe ich schon so oft Leuten empfohlen weil was du ja machst ist ja diese ganze Wissenschaftlichkeit irgendwie zu erklären und zwar ohne dass es an Wissenschaftlichkeit verliert und gleichzeitig aber eben verständlich wird.
00:03:10: vor allem also Ich weiß gar nicht mehr wie viele Stories ich mir schon gescreenshottert hab, weil ich dann denk ah das ist ja gut!
00:03:17: Das sind Dreher, da können wir ja...
00:03:20: Ja, das freut mich.
00:03:21: Weil das ist für mich natürlich auch ein neues Tarar.
00:03:24: also wir Wissenschaftlerinnen Wir verbringen eigentlich so viel Zeit in den sozialen Medien unser berufliches Wirken spielt sich halt klassisch in Grundlagenforschung ab.
00:03:33: Wir forschen ja beispielsweise auch mit neurodivergenten Kindern meine Kollegin Sarah Friese und ich in unserer Arbeitsgruppe Neurodivergenz neurodiversität und neuroaffirmative Kindheitspädagogik.
00:03:44: Ich bin natürlich viele in der Lehre aktiv.
00:03:46: Ich berate Träger und Kommunen Und glaube aber schon, dass es auch tatsächlich wichtig ist in diesem Markt der Pedagogik ja auch ist und Kindheitspedagogik doch auch neue Kanäle zu entdecken für Wissenschaftskommunikationen.
00:04:02: Ich glaube das was uns verbindet für ja, dass wir die Landse hochhalten wollen für Fachlichkeit und eine Differenzierung Und es verbinden mit Kinderschutz, mit kindlicher Entwicklung und gerade in so einem Markt der immer unübersichtlicher wird.
00:04:17: Sei es durch irgendwelche Spiegelbesteller die auf den Markt kommen wo man aber dann doch aus wissenschaftlicher Perspektive sagen muss, gibt's dafür wirklich eine Evidenz?
00:04:25: Eine Wissenschaftlichkeit oder auf Instagram hat so viel Potenziales, das hat natürlich auch Risiken und da bemüh ich mich als kleines Licht durch Wissenschaftskommunikation ganz ohne Rabattgutscheine und klassisches Influencer-Tum, ja ein bisschen auch Aufklärungsarbeit über die Grenzen der Uni hinaus zu betreiben.
00:04:47: Ja also ich finde das unheimlich wertvoll!
00:04:50: Ich weiß gar nicht mehr wann ich das erste Mal so über den Account gestolpert bin.
00:04:55: Das kann sogar sein dass es im Zuge war von der Veröffentlichung zum herausfordernden Kind verschiedenen Formen eigentlich beschäftigt und sowieso im Einstiegskapitel erst mal von Fröhlich-Gildhoff dieses Kapitel drin hat, wie man systematisch damit umgehen könnte.
00:05:14: Und ich habe so gedacht das ist so gut!
00:05:16: Das braucht sehr einfach diese systematische Vorgehen, damit man halt nicht anfängt... wenn man auf irgendwas stößt, bei einem Kind sofort irgendwie zu sagen ja das ist es und dann kommen da so vor schnelle Diagnosen oder irgendetwas was man sich dann davor stellt was das Kind sein könnte.
00:05:34: Und damit ging's ja dann los und ich weiß gar nicht jetzt auswendig wie viele Kapitel des Buch hat.
00:05:40: aber ich möchte noch mal wirklich an alle empfehlen
00:05:44: Ja also tatsächlich ist es ja manchmal so im Leben dass die besten Dinge entstehen ganz ohne Absicht.
00:05:50: Ich hab' in der Uni die Ringvorlesung gemacht und da sollte es um Verhaltensweisen von Kindern gehen, die uns Erwachsene herausfordern.
00:05:58: Und ich habe sonst immer sehr ressourcenorientierte Titel.
00:06:02: Ja also eigentlich hätte die Ringverlesung und dann auch das Buch wahrscheinlich heißen müssen sowie dass der Kollegen – das ist auch ganz klasse – jedes Verhalten hat einen Sinn!
00:06:10: Mich hat's aber in den Fingern gejuckt mal die Leute anzulocken die vielleicht noch nicht so ressourcenorientiert sind, die quasi vielleicht auch Grund ihrer eigenen Überforderung und ihrer eigenen Biografie dann schnell beim Kind sind.
00:06:24: Beim schwierigen Kind.
00:06:25: Deswegen haben wir da auch dieses dicke und fette Fragezeichen.
00:06:29: Und das war ein Wagnis!
00:06:30: Weil es ist kein typischer Titel für ein pädagogisches wissenschaftsbasiertes inklusives Fachbuch.
00:06:37: Die Resonanz war aber extrem.
00:06:41: Also wir hatten noch nie in einer Ringvorlesung so viele Leute und auch so eine Vielfalt an Leuten, wo ich mir dachte da ist definitiv noch ein Qualifizierungsbedarf auch da.
00:06:52: Da kann man echt an der Haltung noch arbeiten, da kann man nochmal sensibilisieren bei gleichzeitigem Verständnis ja weil wenn pädagogische Fachkräfte und Lehrerinnen wirklich überlastet sind, dann ist es natürlich erstmal so eine typische Kurzschlussreaktion zu sagen.
00:07:08: Das Kind ist schwierig das Kind muss weg.
00:07:10: und dann sind wir wieder bei eurem Thema dem Adultismus.
00:07:12: ich muss jetzt hier mal durchgreifen ja das geht so nicht weiter Wir sind alle nur so heraus gefordert weil wir nicht durchgreffen.
00:07:20: Dann haben wir tatsächlich über die Ringvorlesung hinaus eine relativ große Bande gebildet und haben siebzehn Beiträge geschrieben.
00:07:26: Ich bin die Herausgeberin, aber es ist ein Teamprojekt sowie Sandra Richter und du jetzt eben auch bei eurem neuen ganz großartigen Altesismus Buch ja auch ne Minibande gebetet habt.
00:07:37: Und bei beiden Büchern sieht man Und das ging mir auch beim Lesen eures Buches jetzt so, dass es so ertragreich ist sich da zusammen zu tun.
00:07:46: Ihr habt da beide eure absolute Fachexpertise reinfließen lassen.
00:07:51: und ja damit haben wir jetzt ein Buch über Adultismus, das einfach sehr verständlich ist und gleichzeitig super differenziert, sehr fachlich und das wirklich herausgeforderten pädagogischen Schachtkräften und Lehrern und vielleicht sogar auch Eltern hilft zu verstehen, was Altotismus dann eigentlich ist.
00:08:08: Und das es halt echt schnell in uns hochkommen kann – selbst wenn wir eigentlich so das richtige Mindset haben, die richtige Haltung und dass es deswegen so wichtig ist sich damit mal differenziert auseinanderzusetzen.
00:08:21: Deswegen danke euch beiden für dieses Buch, das wir sicherlich auch der Uni in der Lehre einsetzen werden!
00:08:28: Oha!
00:08:29: Danke schön, da habe ich jetzt gar nicht damit gerechnet.
00:08:33: Ja?
00:08:33: Ich bin ein bisschen kurz sprachlos.
00:08:34: Dankeschön.
00:08:35: Ähm... Ich glaube halt auch das... Also anders.
00:08:41: Ich fange nochmal anders an.
00:08:43: Das was Fachkräfte wirklich beschäftigt, wenn die dann auch so anfangen zu verstehen.
00:08:48: Was ist denn Adultismus?
00:08:49: Und wenn sie dann auch verstehen wie viel das beeinflusst, wie Sie Kinder sehen ja dass sie dann eben auch sagen ich komme halt in Situationen da bin Ich heraus gefordert weil das Kind irgendwas da gerade gemacht hat Weil es vielleicht auf meine eigenen Biografischen Punkte trifft oder was auch immer Es dann gerade ist.
00:09:08: manchmal sind es einfach die Rahmenbedingungen Die einfach echt schwierig sind und die das alles her so ein bisschen Befördern, dass Fachkräfte sich nicht ganz so verhalten wie sie es vielleicht gerne wollen würden.
00:09:22: Und das ist schon etwas was wirklich viele beschäftigt.
00:09:27: und vor allem wenn dann eben auch kommt, also wenn dann jemand ins Spiel kommt der dann sagt nee aber du musst jetzt da mehr durchgreifen eine Fachkraft ja das bewusst ist und die dann merkt man ich würde gern das jetzt anders machen trifft dann auf jemanden, die sagt nee aber das musst du jetzt.
00:09:42: Wir müssen jetzt hier mehr durchgreifen und das erlebe ich schon dass es wirklich viele beschäftigt.
00:09:48: und genau das war ja auch mit so einem Grund warum mich gern mit dir darüber sprechen wollte.
00:09:55: Genau und ich finde du hast jetzt einfach sehr schön herausgearbeitet und sehr klar wie stark heraus gefordert sein durch kindliche Verhaltensweisen Ja also Ich bin überfordert überlastet Also vielleicht auch so ein Unmachtsgefühl sogar dann zu Adultismus führen kann.
00:10:11: Also Betonung ist kann, weil es gibt ja doch auch sehr viel pädagogische Fachkräfte die haben eben einen professionellen Umgang mit herausfordernd wahrgenommen Verhalten.
00:10:19: also wenn wir uns den ersten Beitrag in unserem Buch das schwierige Kind Fragezeichen dickes Fragezeichn weil Die Kinder sind Ja nicht dran.
00:10:27: schuld dass wir herausgefordert sind als werden uns diesen ersten beitrag anschauen Dann hat ja Fröhlich-Wilhoff auch seine studie dargestellt und alle befragten pädagogen Fachkräften sagen Wir sind täglich heraus gefordert und achtzig Prozent haben aber kein Konzept.
00:10:41: Und da ist natürlich dann die Chance hochadultistisch zu reagieren, also eben tatsächlich Kinder aufgrund ihres Kindsteins zu diskriminieren und auch wirklich die Grenzen der Kinder zum missachten.
00:10:54: Ich denke deswegen ergänzen sich unsere Bücher so gut weil wir ja dann tatsächlich uns unterschiedliche Verhaltensweisen von Kindern anschauen in dem Buch durch diese unterschiedlichen kurzen Beiträge Und einfach mal beschreiben, was sind das für Verhaltensweisen und wie würde ein professioneller fachlicher Umgang damit ausstanden?
00:11:11: Also einer der entwicklungsförderlich ist.
00:11:13: Einer der nicht diskriminierend ist, damit auch eben nicht adultistisch.
00:11:16: Der Grenzenwart, der Kinder ernst nimmt, der Bedürfnisse sieht und der aber gleichzeitig die pädagogischen Fachkräfte entlastet also... Ich finde eben, dass das quasi die zwei Seiten einer Medaille sind.
00:11:33: Wenn ich eben herausgefordert und belastet bin dann ... ist die Wahrscheinlichkeit hochadultistisch zu reagieren.
00:11:40: Und dann ist es besonders wichtig, sich beispielsweise auch durch euer Buch mal die Erscheinungsformen von Adultismus das arbeitet ihr im Kapitel zwei raus genauer anzuschauen weil es kommt ja manchmal so unauffällig daher.
00:11:52: und erst wenn wir genau darüber reden was ist Adultismus und auch was ist Partizipation?
00:11:57: Was sind Kinderrechte?
00:11:59: Dann kommen wir dem auf die Spur dass vielleicht doch jeder ein bisschen so ein unterschiedliches Verständnis hat.
00:12:05: Man hört hier an dem Zusammenhang dann vielleicht auch öfters, gerade wenn Fachkräfte auf so schwierige Kindern Anführungszeichen dann mit Adultismus reagieren.
00:12:14: Naja also es muss man ja die Kirche am Dorf lassen!
00:12:18: Also nach der Motto das hören wir ja manchmal ein bisschen in der Kindheitspädagogik.
00:12:22: Wir würden ja gerne partizipativ arbeiten und nicht adultistisch und solche Sachen machen.
00:12:27: aber wir haben ja schwierige Kinder.
00:12:30: Und da muss man ganz klar sagen, gerade in den herausfordernden Situationen.
00:12:35: Ja es ist ja besonders wichtig quasi da professionell zu bleiben.
00:12:41: und was du eben auch so ansprichst und das uns beide bewegt wir sitzen ja immer mal wieder auf Bühnen oder sind in der Praxis oder ich bin auch eine Lehrer mit Studierenden konfrontiert die sagen naja aber Also ich verstehe ja grundlegend diese ganze Idee, die ihr da in der Kindheitspädagogik aufmacht mit der Partizipation und dem Eilen.
00:12:59: Ja?
00:12:59: Und der Bedürfnisorientierung und der sensitiven Responsivität also Kindern zugewandt und beziehungsorientiert zu begegnen.
00:13:07: Aber dann kommt dieses aber und das aber geht meistens damit einher, dass es dann irgendein Kind gibt oder eine Familie.
00:13:16: Da muss man sich dann aber anders verhalten Und das scheint vielleicht doch erstmal total logisch und plausibel, dann auch wenn wir da auf einer Bühne sitzen dass jemand sagt und alle anderen zuhören.
00:13:25: Und so ja dieses Grenzen setzen ist ja ein ganz wichtiges Thema was mit dem Mythos einhergeht es würden heutzutage in Deutschland Kinder keine Grenzen mehr gesetzt also Eltern haben die Kontrolle über die Erziehung verloren und was man da immer alles wieder auch dann auf Instagram und so hört aber manchmal auch in der Presse liest und also so ein bisschen das quasi adultistisches Verhalten, also Grenzen von Kindern zu übergehen.
00:13:54: Und zwar die ureigendsten Grenzen.
00:13:57: ja dass man nicht bestimmen darf was man ist und in seinen Körper sich in den Mund steckt bei der Mittagessen-Situation.
00:14:04: Dass man nicht bestimmt wie und wann man ruhen will Das direkte Kita- und Schulumfeld, in dem die Kinder so viele Stunden verbringen, dass sie das überhaupt nicht mitgestalten dürfen.
00:14:16: Dass das einfach über ihren Kopf hinweg entschieden wird.
00:14:20: Und das auch ganz normal ist.
00:14:22: Deswegen ist es ja so wichtig, dass wir bei Lötzmus nachdenken... ...dass wir das eben angehen und quasi mal also richtig gegenargumentieren und eben auch erklären können Warum das ein Problem ist und warum es auch ein Kinderschutzproblem ist.
00:14:37: Ihr habt ja in eurem Buch eben tatsächlich auch das Thema Antidiskriminierung angesprochen, also ihr seid da nochmal einen Schritt weitergegangen und da bin ich natürlich als Studiengangsleitung in einem inklusiven Master sehr happy drüber weil wir Adultismus dann auch in Kombination mit anderen Diskriminierungsformen ersehen müssen, weil es geht wirklich im Schwerpunkt um die Situation wo dann einzelnen Kindern vielleicht auch ihre Rechte, ihre Würde, ihre Perspektive abgesprochen wird.
00:15:07: Wir sehen das beispielsweise auch im Bereich Neurodivergents.
00:15:09: ja also neurodiversität und neurodivergenz beschäftigt sich aber mal dass man zwei Sätzen zusammen fest damit, dass wir alle anders ticken Anders wahrnehmen und neurodivergente Menschen.
00:15:20: Und Kinder sind eben die Gruppe, deren Wahrnehmung sich doch sehr stark von der Mehrheit also den neurotypischen Personen unterscheidet.
00:15:27: wenn er so ein Kind sagt mir ist es hier zu laut Und ich als neurotypische pädagogische Fachkraft sage, jetzt stelle ich doch nicht so an.
00:15:34: Hier ist es noch nicht so laut, ja?
00:15:35: Weil ich's anders wahrnehme und dieses Fachwissen über Neurodivergenz nicht habe und diesen Denkfehler mache wir neben die Welt alle gleich war dann ist das eben adultistisch.
00:15:46: Ich spreche einem Kind seine Bedürfnisse ab und ihr macht das ja auch gleich am Anfang dass ihr sagt würden wir denn somit einen Erwachsenen sprechen.
00:15:56: Weißt du, was ich mir gerade überlegt hab?
00:15:59: Manchmal wird ein Adultismus auch so nett verpackt.
00:16:02: Gerade wenn es um diese Sachen geht wie kann ich selber entscheiden und wo ich ausruhen möchte oder was möchte ich essen und so.
00:16:09: Diese grundlegenden Selbstbestimmungsthematiken eigentlich.
00:16:14: Dass dann Leute kommen und sagen aber das können die ja noch gar nicht entscheiden.
00:16:17: Die Kinder können das nicht.
00:16:19: Da braucht's auch eine Orientierung.
00:16:20: Und da denke ich immer, dass Adultismus bisschen netter verpacken.
00:16:25: Ich brauche eine Orientierung.
00:16:27: Die Frage ist ja, wie mache ich das?
00:16:29: Absolut!
00:16:30: Also es gibt hier auch falsch verstandene Partizipationen.
00:16:32: Ja?
00:16:33: Also Partizhipation heißt ja nicht Lese Faire.
00:16:35: also wenn man ein Schoch da am Morgen aufsteht und sagt, ich will aber heute nur Schokolade zum Frühstück essen dann sage einfach nein Und das begründe ich eigentlich auch nicht mehr weil das habe ich ihr bestimmt schon paar mal begründet Und das ist in der Kita ganz wichtig, ja so gerade auch Banoradivergents.
00:16:52: Wenn wir sehen dass Kinder überreizen und dringend Regulation brauchen und dass es deswegen eine keine gute Idee für das Kind gerade ist jetzt in die nächste Überreizungssituation zu gehen dann dürfen und müssen wie auch liebevoll führen.
00:17:06: aber wir dürfen dabei eben nicht Bedürfnisse übergehen und wir dürfen bei Kindern nicht ihre Wahrnehmungen absprechen und ihre Wünsche und ihre Weltsicht muss man, glaube ich mal so ein bisschen auseinander klamüsern.
00:17:20: Und das wird dann eben oft falsch verstanden und ja auch so ein bißchen belächelt und dann wird ja schnell der Wunsch wieder laut da muss ja mal jemand durchgreifen.
00:17:30: und so weil natürlich Kinder auch zunehmend mehr Gott sei Dank ihre Bedürfnisse äußern teilweise lautstark weil sie eben die Erfahrungen machen dürfen.
00:17:41: also immer mehr Kinder.
00:17:43: hoffentlich dass ihre bedürfnisse ernst genommen werden und aufgegriffen werden.
00:17:46: Und das ist dann vielleicht für manche pädagogischen Fachkräfte, die anders sozialisiert worden sind und andere Erfahrungen in ihrer Kindheit gemacht haben.
00:17:54: Auch erst mal gewöhnungsbedürftig bedürftig und wird dann eben fehlinterpretiert.
00:17:59: ja wo wir aus einer entwicklungspsychologischen fachlichen Perspektive sagen müssen Naja also wenn die zwei jährige jetzt hier so laut schreit und weint Dann macht sie es nicht um Terror zu machen oder dich zu manipulieren Oder weil sie quasi in ihrer Familie quasi alle in der Hand hat Sondern dann ist es völlig Entwicklungsangemessen, dass sie auf dieser Art und Weise sehr lautstark ihre Bedürfnisse, ihre unauffüllten Bedürfenste kurntut.
00:18:24: Und da müssen wir eben uns alle schützen vor so Fehlinterpretationen wenn wir dann vielleicht in dem Moment gestresst herausgefordert sind weil wir das halt so nicht eingeplant hatten, dass das zweijährige Kind das Herz gerade macht.
00:18:38: Das auch was ich immer wieder erlebe, Momente, die es einfach gibt im Leben von Kindern.
00:18:46: Dass sie als Herausfordernd empfunden werden Ja, und da denke ich manchmal auch.
00:18:52: Ich weiß nicht ob da Wissen fehlt oder um was geht es jetzt da genau?
00:18:56: Also ist das wirklich nur ein adultistisches Ding, dass wir halt alle irgendwie immer noch so Momente haben, wo wir denken ja aber das Kind muss jetzt mal Respekt zeigen oder das Kind muß jetzt in der bestimmten Art und Weise die Dinge mitmachen.
00:19:14: Das Leben ist halt kein Ponyhof solche Sachen kommen ja dann auch schnell.
00:19:19: Ja, ich glaube es sind mehrere Gründe.
00:19:22: Es hat zum Beispiel mit dem Titel zu tun das Schwierige Kind Fragezeichen.
00:19:27: weil in solchen herausgeforderten Situationen pädagogische Fachkräfte und auch Lehrerinnen wir sehen jetzt ganz stark in der Schule bei Neurodivergenz sich dann sehr genau daran erinnern können, wie das Kind mit einer ADHS-Klammer auf Impulskontrollproblem laut geworden ist und geschimpft hat und auch beleidigend wurde.
00:19:45: Da können sie sich sehr genau dran erinneren, dass die aber selber sehr laut waren rumgeschrien haben, das Kind vielleicht sogar gezerrt haben.
00:19:53: Das ist dann entweder gar nicht mehr so präsent oder es wird legitimiert und gerechtfertigt?
00:19:58: Und das ist natürlich auch im Sinne absurd für Kinder.
00:20:02: Die verhalten sich so, sind noch im Entwicklungsprozess.
00:20:05: Das geht ja nicht nur um ADHS.
00:20:08: Also Kinder üben sich ja noch sehr lange in Impulskontrolle und da haben wir dann aber die Anforderung, dass muss klappen Weil das System ist gar nicht anders zu lässt und die Erwachsenen, die schon ausgereifte Gehirne haben, die eigentlich also die Impulskontrolle am besten beherrschen müssten.
00:20:26: Da wird es dann irgendwie legitimiert.
00:20:28: Also das sind wir bei Neure, die werden ganz oft das eben pädagogische Fehlverhalten legitimiert wird von Kindern hingegen aber etwas erwartet wird was die Entwicklungsbedingungen auch wenn sie Beeinträchtigung haben oder nicht gar nicht erfüllen können.
00:20:42: und deswegen War es mir in einem Buch das schwierige Kind Frage Zeichen so wichtig, dass wir für zentrale Themen verstandene Situation den pädagogischen Fachkräften der Lehrern und so nochmal so häppchenweise Wissen mitgeben.
00:20:54: Also beispielsweise der Beitrag des unkooperative Kind von Martina Henn-Euliges.
00:21:00: Wir spielen da eben auch mit den Defizit Labeln in den Unterkapitel.
00:21:03: Ja weil das ist das was man dann immer hört die Kinder machen nicht mehr Die sind unkomparativ die störenden Unterricht Die beteiligen sich nicht an unseren Aktivitäten.
00:21:13: Ich habe die Autoren eben gebeten, macht doch bitte mal eine fachliche Tabelle mit dem Entwicklungsfachwissen.
00:21:19: Wie entwickelt sich Kooperation?
00:21:21: Und große Überraschung also für uns Fachleute natürlich nicht.
00:21:24: das entwickelt sich erst im Laufe der Grundschulzeit.
00:21:27: ich kann von einem Erstlässler und Drittlässlern in nicht die ganze Zeit erwarten dass sie kooperieren plus weil es für mich als Erwachsene gerade wichtig ist.
00:21:36: Das heißt wir setzen was voraus Dass wir eigentlich gemeinsam mit den Kindern entwickeln müssten Kompetenzen und Fähigkeiten von Kindern voraus, obwohl es eigentlich unsere Verantwortung als pädagogische Fachkräftin und Lehrerin ist das quasi zu begleiten dass sich diese Kompetenz erst entwickeln.
00:21:56: Und wenn ich... Das muss ich glaube ich einmal verstanden haben.
00:21:59: deswegen haben wir uns bemüht wirklich dieses Fachwissen so ganz kurz und komprimiert ins Buch des Schwierigen zu bringen weil das ist übrigens dann auch die Grundlage Um sich damit sich dann Eltern auch in Gesprächen mit Kita und Schule oder auch pädagogische Fachkräfte, die das dann fachlich machen.
00:22:15: Auch wieder behaupten können um zu sagen schaut mal hier.
00:22:18: Hier seht ihr mal wir können gar keine Kooperation voraussetzen es entwickelt sich erst.
00:22:23: ja.
00:22:23: Ihr seht nach Lebensjahren grob wie sich aus Forschungssicht Evidenz basiert kooperative Fähigkeiten von Kindern erst entwickeln und was ist für ein langer Lernprozess?
00:22:35: Und das mag übrigens diametral dem entgegenstehen, was teilweise wir als Erwachsene so für Vorstellungen davon haben.
00:22:42: Ich war da im ersten Moment auch erstaunt.
00:22:46: Echt?
00:22:47: Oh lange geht es noch!
00:22:51: Damit müssen wir eben aufräumen, mit subjektiven Vorstellungen von kindlicher Entwicklung.
00:22:56: Weil dann kann das Ganze nicht funktionieren und dann ist adultivistisches Verhalten halt einfach vorprogrammiert oder dann wird halt auch immer wahrscheinlicher.
00:23:05: Ja
00:23:05: ich finde es total... Also, ich weiß gar nicht.
00:23:09: Ich hab gerade gedacht es lässt sich alles was du sagst der eins zu eins auf Kindertageseinrichtungen übertragen wie oft da auch gesprochen wird die Kinder müssen kooperieren und so weiter und die müssen irgendwie Impulskontrolle.
00:23:20: Wie oft dich das höre ja?
00:23:21: Da ist gar keine Impulskontrolle da, dass gar keine Frustrationstoleranz da wo?
00:23:25: ich denke ja das ein Krippenkind Das kann das nicht.
00:23:27: Ja, das ist einfach dafür brauchen wir Co-Regulation.
00:23:30: So Ja und ja, wir haben vorhin du hast in irgendeinem Satz das schon mal ganz kurz so angeschnitten dass man sich da als Fachkraft auch ein bisschen darauf vorbereiten kann wie man dann in solche Gespräche geht vielleicht auch mit einer anderen Fachkraft die da gerade so Interpretationsfehler vielleicht irgendwie begeht.
00:23:55: Wie man das machen kann?
00:23:56: Kannst du da noch einmal was dazu sagen?
00:23:59: Genau, also wir sprechen ja oft in der Kindheitspädagogik über Qualitätsentwicklung und Institutionsentwicklungen.
00:24:08: Wie entwickeln wir die Kitas jetzt weiter?
00:24:11: In die richtige fachliche Richtung.
00:24:13: Ja bei euch wäre eben dann auch das Thema bei eurem Buch Also wie verhindern wir Adultisten muss, wie reflektieren wir uns mehr Und das sind unglaublich wichtige Prozesse, die Studierenden mit denen ich arbeite und auch die pädagogischen Fachkräfte.
00:24:28: Die teilweise sagen also bevor wir überhaupt zu diesem Thema kommen wie wir jetzt unsere Kollegen nennen oder die pädagogischen Fahrkräfte wo wir unser Praktikum als Studierende machen irgendwie Anstiften dazu jetzt quasi fachlicher zu werden.
00:24:43: und so haben wir erstmal ein ganz grundlegendes Problem.
00:24:46: Wir müssen uns erst mal in unserem eigenen Handeln behaupten.
00:24:49: Also, wenn ich da als junge Praktikantin in die allen Richtungen komme und ich dann quasi in der Uni vorbereitet worden bin auf den Umgang mit herausfordernden Verhalten durch eine Vorlesung weiterhin dazu oder wenn sie jetzt bei dir an der Fortbildung waren im Seminar und wirklich verstanden haben was ist Adultismus?
00:25:06: Und wie können wir es reflektieren.
00:25:08: Dann arbeiten die in der Praxis und werden aber teilweise aufgefordert sich doch bitte adultistisch zu verhalten, sich bitte viel zu verheiten.
00:25:17: Also wir haben immer mehr Studierende, die auch tatsächlich nach Praktika eine psychologische Begleitung brauchen.
00:25:24: Wo wir erst mal die auch wieder begleiten müssen weil sie quasi sehr massiv dazu angehalten wurden Kinder zu zähren auf dem Morgenkreis rauszuzähren Sie festzuhalten sie zum probieren von Essen zu zwingen und man da nicht toleriert hat dass sie das nicht machen oder man auch nicht toleriert hat, dass sie es fachlich machen.
00:25:47: Nochmal!
00:25:47: Das passiert nicht in jeder Einrichtung.
00:25:49: Nicht alle Einrichtungen sind schlecht.
00:25:51: Ich kenne eine Einrichtunge die machen ganz, ganz großige Arbeit.
00:25:54: aber weil wir tatsächlich aktuell immer noch keinen funktionierenden Gewaltschutz im Kindertageseinrichtung haben ist tatsächlich pädagogisches Fehlverhalten doch auch in Einrichtogen an der Tagesordnung.
00:26:06: Das hat ja meine Kollegin Dr.
00:26:08: Marina Lagemann untersucht ihr Zweiundzwanzigtausend Fachkräfte befragt Und da zeigen die Fachkräfte selbst an, dass sie doch sehr oft bei ihren Kollegen verhaltensweisen beobachten.
00:26:20: Die Sie wo sie eigentlich intervenieren müssten um die Kinder zu schützen vor psychischer oder körperlicher Gewalt und übrigens machen das nur sehr wenige.
00:26:30: also wir haben ein strukturelles Kinderschutzproblem.
00:26:35: Nicht nur intervenieren die nicht aus Angst vor eigenen negativen Konsequenzen, sondern sie werden dazu angehalten das doch bitte auch so zu machen weil es eine tradierte Praxis ist.
00:26:45: Also gerade bei Adultismus der ja quasi erst mal aufgedeckt werden muss und wie du eben sagst er kommt dann immer so daher Ja aber das ist doch jetzt hier der vernünftige Weg,
00:26:56: anders
00:26:57: als beim Kind schlagen oder auch sexueller Missbrauch.
00:27:00: wir würden zunehmendes Bewusstsein haben.
00:27:04: Dafür muss man sich wappnen, egal ob man in der pädagogischen Einrichtung arbeitet oder wie wir auf einem Podium sitzen wo dann vielleicht auch andere Redner und Leute solche Dinge propagieren.
00:27:13: Dass das doch erst der richtige Weg ist.
00:27:15: und vielleicht gibt es dann sogar noch im Spiegelbesteller da irgendwas was irgendwie seriös klingt.
00:27:19: ja und deswegen sage ich immer Gerade auf diese Situation, die so wiederholt auf einen zukommen.
00:27:27: Wo wir wissen das ist ... Diese Kommentare sind unangemessen, sie sind unfachlich.
00:27:31: Da sollte man sich wirklich drauf vorbereiten.
00:27:33: Da sollten nur uns alle darauf vorbereiten weil wir sonst gegebenenfalls keine spontan und angemessene Reaktion haben Und weil vielleicht dann zum Beispiel auch ein Schweigen als Zustimmung interpretiert wird, selbst wenn ich das Kind nicht rauszerre Ich entgegne nichts Wenn ich auf dem Podium Sitzung nichts sage Ist das quasi indirekt eine Zustimmung oder ein anderes Extrem, dass wir vielleicht dann über das Ziel hinaus schießen und sehr impulsiv und sehr empört werden.
00:28:00: Und
00:28:00: am Ende noch die Fachlichkeit abgesprochen wird.
00:28:05: Da gibt es also natürlich keine Rezepte.
00:28:07: aber es gibt unterschiedliche Möglichkeiten und da kann ich gerne gleich mal so ein paar paar Beispiele nennen, wie man mit solchen Sachen umgehen kann.
00:28:16: Und da muss natürlich auch jeder von uns den eigenen Weg finden.
00:28:19: aber ich glaube es ist ein wichtiges Thema dass wir tatsächlich in der deutschen Situation weil wir eben mein Qualitätsproblem haben in Strukturelles in der Frühpädagogik in Kitas letztendlich auch in Schulen und weil wir ein institutionelles Kinderschutzproblem haben über das sich nicht müde wäre zu sprechen aufgrund der Datenlage die wir hier an der Uni Gießen haben dass man sich tatsächlich in einem ersten Schritt erstmal behaupten muss, bevor man in manchen Einrichtungen überhaupt über die Frage sprechen kann.
00:28:48: Wir kriegen dann hier die anderen dazu das fachlich angemessene Verhalten zu zeigen.
00:28:53: Und das finde ich wirklich schwierig und ich find es interessant, dass du das Schildersalz des Studierenden ähnlich so geht weil ich das immer wieder hab mit Auszubildende ne?
00:29:03: Ich glaube da kommen mehrere Ebenen dazu, weil das ja oft auch noch ganz junge Menschen sind die vielleicht selber sogar von Adultismus betroffen sein könnten.
00:29:14: ganz anders in diesen Strukturen drin sind.
00:29:17: Und die sollen dann irgendwie dagegen was sagen und ich habe das regelmäßig, dass mir Leute dann auch irgendwie schreiben und sagen Ich hab das beobachtet und das sind keine Kleinigkeiten mehr.
00:29:27: also da ist alles mögliche irgendwie dabei wo man eigentlich ganz klar sagen muss Das ist übrigens Gewalt dafür gibt es verschiedene Paragrafen, also auch diesen Paragraf siebenundvierzig da eigentlich eine Meldepflicht dann wäre und das müssten Leute wissen.
00:29:42: Ja?
00:29:42: Und da müsste eigentlich ne Leitung irgendwie hingehen und es sollte nicht an der Auszubildenden jetzt irgendwie hängen, das feststellen zu müssen sondern die sollte das gar nicht erleben müssen und auch gar nicht dazu aufgefordert werden sich da auch so zu verhalten.
00:29:58: So und ich finde es richtig spannend dass es Studierenden da ähnlich geht.
00:30:02: Also das ist wirklich ein strukturelles Problem einfach
00:30:05: Genau.
00:30:06: Also ich glaube nicht nur studieren, sondern ganz vielen weil.
00:30:09: also deswegen war es mir auch so wichtig im schwierigen Kind in unserem Buch dass wir erstmal ein paar Grundlagen Kapitel haben.
00:30:14: ja Lea Wedelwart Katrin Hohmann was ist denn bedürfnisorientierte Pädagogik?
00:30:18: Ja!
00:30:19: Also was heißt das dann für Setting-Kita?
00:30:22: und auch Jörg Maywald?
00:30:23: Professor Jörgen Maywald der Kinderschutzexpertin Deutschland hat wirklich einen sehr kurzen Beitrag erst mal darüber geschrieben.
00:30:30: Was ist denn Gewalt, ja?
00:30:33: Psychische und körperliche.
00:30:34: Damit Studierende erstmal oder auch alle anderen und auch Eltern so eine Orientierungsfunktion haben.
00:30:41: Um zu sehen das ist aber auch Gewalt.
00:30:43: und wie du eben sagst da sind dann immer die ganzen Meldepflichten beschrieben oder der AchtA unsere Studierenden wenn den Praktikum machen, die sind ja durch uns vorbereitet und aufgefordert sie müssen intervenieren.
00:30:53: also da haben Sie quasi die Pflicht auch dazu.
00:30:57: Und was du eben auch sagst, unsere Studierenden sind ja teilweise noch sehr jung und hören natürlich dann auch so Standardsätze wie Ja sie haben ja auch gar keine eigenen Kinder.
00:31:07: Sie können das ja gar nicht beurteilen und die sehen aber auch weil sie die Tabelle in unserem Buch dann auch nochmal rückversichert.
00:31:14: Das ist aber ein Gewahrschutzproblem und werden dann eben noch dazu aufgefordert.
00:31:18: und das kann aber quasi auch mit so einfach erstmal Kommentierungen über Kinder quasi anfangen.
00:31:25: Also so ein klassischer Satz ist ja beispielsweise immer so dieses, also wir sind in der Kita und dann geht es vielleicht auch schon in den vorschulischen Bereich und zur Schulvorbereitung erzeugt ihr auch noch mal einen Druck.
00:31:36: Und dann hört man eben sowas, die ist zu alt um noch so zu reagieren.
00:31:40: Wenn ein Kind eben gefühlsstark ist oder so oder auch einen emotionalen Ausbruch hat Nora Imblau hat dazu einen ganz tollen Beitrag geschrieben Gefühlsstarke Kinder an der Kita begleiten.
00:31:49: So wichtig dass wir das wirklich für die Kita-Ausbuch stabilen.
00:31:54: Dann hört man eben schnell von der Kollegin.
00:31:57: Ja, das lernt sie ja nie.
00:31:58: wenn du das jetzt immer so hier abnimmst oder auf Sie eingehst und glaubst du denn es wird sie in der Schule?
00:32:04: Da wird noch jemand drauf Rücksicht nehmen.
00:32:06: Das sind dann mal die Klassiker.
00:32:09: Und da gibt's unterschiedliche Möglichkeiten und ich glaube der erste Schritt ist mal zusammen zu tragen was sind denn die Klasiker wo ich mit konfrontiert werde auch damit eine Aufforderung verbunden mein Verhalten zu ändern und ich weiß deine ist aber nicht mehr fachlich.
00:32:23: Wir haben den Klassiker, diese Interpretationsfehler.
00:32:26: Der will nur Aufmerksamkeit und das heben weigert er sich und ist immer so unkooperativ die Hände zu waschen.
00:32:31: Ja da musst du jetzt durchgreifen anstatt darauf einzugehen sonst machst du es noch schlimmer also quasi... Es wird ja umgedreht.
00:32:38: wenn du es weiter so machst ist es eben nicht nur eine Entwicklungsförderliche es ist schädlich für die Entwicklung des Kindes Aber auch zum Beispiel, wenn unsere Studierenden differenziert arbeiten.
00:32:48: Wenn du das jetzt so differenzieren vorbereitest dann müssen wir es bald alle so machen und da ist dann vielleicht auch erstmal ein Wunsch dahinter dass die Arbeit nicht noch anstrengender wird.
00:32:57: aber Wir haben ja das Ziel in Kitas des pädagogisches Handeln sich immer an der Frage messen lassen muss ob es entwicklungsförderlich und fachlich begründbar ist.
00:33:07: Also heißt ich brauche eine Begründung dieser Verhaltensweisen, die dann ja eben auch allotistisch sind.
00:33:15: Die sind nicht begründet oder in solchen Begründungen wie ich es jetzt vorgelesen habe und da ist das eben wichtig.
00:33:21: Und ich kann einfach mal so ein paar Beispiele benennen, wie man auf sowas reagieren kann und zwar vorbereitet.
00:33:27: also ich rate mein Studierenden immer vor dem Praktikum sich dass wir machen das teilweise auch im Seminar zu überlegen.
00:33:34: Es ist wichtig, sich das auch schon mal konkret vorzuformulieren und vielleicht sogar zu üben damit man dann auch so auf diese Standards die da immer so kommen reagieren kann.
00:33:42: Und gerade auf dieses Beispiel sie ist zu alt um noch so zu reagieren.
00:33:46: Sie lernt es ja nie.
00:33:48: Da kann man zum Beispiel erstmal freundlich informativ reagieren, da kann man sagen du hast recht ich wünschte in der Schule könnte auch so individuell auf Kinder eingegangen werden wie wir das hier können denn die Forschung zeigt ja ganz klar dass einige Kinder durch ihre Veranlagungen noch bis weit in die Schulzeit unterstützen durch Erwachsene bei der Begleitung ihrer intensiven Gefühle brauchen.
00:34:08: und toll, dass wir das Thema durch die Arbeit mit den Gefühlskarten hier in der Kita ja so ernst nehmen.
00:34:13: Also dass ich quasi gar nicht darauf eingehe, dass ich es jetzt abstellen soll sondern dass sich quasi das nochmal einordne warum ich das mache und auch einen Anknüpfungspunkt zum pädagogischen Konzept zur pädagogischen Arbeit finde weil Das Interessante ist ja oft, dass in solchen Einrichtungen beispielsweise mit zu Gefühlskarten und zu gearbeitet wird.
00:34:32: Es sogar ganze Programme gibt um die sozial emotionalen Entwicklungen der Kinder zu fördern.
00:34:38: Und da quasi es geht tatsächlich beim sich behaupten wirklich erstmal darum, sich nicht aus der Fassung bringen zu lassen und erst mal was entgegenzusetzen.
00:34:46: Mit dem einzigen Ziel nicht die Kollegin zu verändern sondern dass ich das weiter machen darf und auch machen werde um da eine Grenze zu setzen.
00:34:53: Das erfordert natürlich auch einfach Mut.
00:34:56: ja wenn ich da jetzt so ne junge Praktikantin bin.
00:35:00: Es gibt auch Leute die sagen Ja für mich ist eine provokante Positionierung vielleicht hilfreicher.
00:35:09: Also wenn eben so die Frage kommt, glaubst du denn da wird in der Schule jemand darauf Rücksicht nehmen?
00:35:12: Kann ich auch einfach erst mal sagen das ist ne gute Frage.
00:35:14: also mir ist es wichtiger dass jetzt dieses Kind in der Situation sieht dass ich ihre Bedürfnisse sehe.
00:35:21: Das ist mir wichtiger als was in zwei Jahren in der schule passiert und ich hoffe dass bis dahin auch an der Schule angekommen ist das Kinder sich nicht ohne Grund zu verhalten.
00:35:29: möchtest du noch ein Kaffee?
00:35:31: Also dann auch abzumoderieren?
00:35:33: Ja, ich glaube das wäre ich gewesen übrigens ganz lange.
00:35:37: Das wär so mein Take gewesen.
00:35:40: Ja aber es ist wichtig überhaupt ein take zu haben.
00:35:42: noch mal der löst nicht die strukturellen probleme anderes thema kommen wir den neuen podcast folgen machen sondern dass man sich erst einmal behauptet sich abgrenzt und dann auch abmoderiert ja oder bei diesen ganzen, der will ja nur Aufmerksamkeit und weigert sich deswegen.
00:35:58: Also muss jetzt mal durchgreifen.
00:36:00: Da helfen auch manchmal so hilfreiche Analogien.
00:36:04: Dass man einfach sagt also durch Bestrafung lernt er nicht wirklich in der Zukunft zu kooperieren.
00:36:09: Würdest du dann von einem Kind erwarten dass es Fahrrad fahren lernt indem du es jedes Mal bestraft wenn das stürzt?
00:36:14: Oder würdest dem zusätzliche Zeitmitteln damit das Lerndes Gleichgewicht zu halten Pedale zu treten.
00:36:19: Also das ist auch was, was ich beobachte dass manche Fachkräfte so bei bestimmten Bereichen irgendwie teilweise verstehen, dass die Kinder Support und Unterstützung und Geduld brauchen.
00:36:28: also so bei so motorischen Kompetenzen beispielsweise da vielleicht doch beim Sprache lernen, bei emotionalen dann aber nicht!
00:36:35: Und sowas kann auch helfen... auch viel kürzere Möglichkeiten zu antworten, also durch eine Einladung in dem ich sage das Gute ist.
00:36:48: Wenn ich ihm kurz zuhör und ihm seine Gefühle spiegel dann beruhigt er sich sehr schnell und dann ist da wirklich auch wieder kooperativ.
00:36:58: vielleicht willst du es auch mal ausprobieren?
00:37:00: Ja oder den Bildungsaspekt herauszustellen.
00:37:04: Ich mache das weil ich dadurch systematischer auf das Kind eingehen kann.
00:37:10: Ja, Interessensgeleiteter.
00:37:12: Dass ich quasi wirklich mir erstmal anhöre was er oder sie zu sagen hat und bis hinzu ich habe auch Studierende also auch Studiere die arbeiten schon lange in der Praxis Die legen sich wirklich nur so eine allgemeine kurze Reaktion zurecht Also ein.
00:37:30: das verwundert mich dass du das siehst Punkt weil dann ist erst mal der Spielball wieder bei den anderen Personen Erstmal erklären, warum sie das so sieht.
00:37:45: Und dann kann ich natürlich auch fragen ja und woher hast du es?
00:37:48: Also weil das wird mich schon interessieren, ob das so deine subjektive Meinung ist oder nicht.
00:37:55: Dann wird's natürlich wieder konfrontativer.
00:37:58: Ich kann natürlich auch einfach kurz und knapp sagen war dieser Kommentar als Hilfe gedacht.
00:38:05: Wenn da was kommt, kann ich auch sagen also ich hatte gar nicht um Hilfe gebeten.
00:38:08: Also ich komme gerade sehr gut mit Anton zu Recht und danke, aber ich brauche gerade keine Unterstützung.
00:38:16: Damit werde ich natürlich ein Stück weit konfrontierend, aber es geht ja grade selber auch darum dass jemand einem gegenüber übergriffig ist also die eigenen Grenzen nicht wahr hat weil ich sage... Also ich leere hier auch im Master die Beratungsmodule Und eine meiner ersten Folien, bevor wir uns über Beratungstheorien austauschen.
00:38:39: soll das jetzt eher systemisch oder klienten zu orientieren.
00:38:42: Es sind zwei Fragen wichtig.
00:38:46: Nicht nur für Elterngespräche und so formale Beratungssättungen sondern generell im Alltag nicht nur in der Kita übrigens.
00:38:52: Die erste Frage ist habe ich einen Beratungen Auftrag?
00:38:55: hat jemand gesagt liebe Andrea Liebe fair Ich bräuchte da mal deine Einschätzung wie ich mit dem Anton anders umgehen kann?
00:39:04: Oder nicht?
00:39:06: Und ich halte es immer so, wenn ich keinen Beratungsauftrag habe dann halte ich meinen Mund.
00:39:11: Seitens ist ein Kinderschutzproblem da muss sich intervenieren.
00:39:14: Also wenn das adultistisch ist und gewaltvoll ist oder nicht entwicklungsverlässlich ist, dann muss ich auch ungefragt intervenieren.
00:39:22: aber wenn's das nicht ist und ich keinen beratungs Auftrag habe, dann halta ich mein Mund.
00:39:27: Darauf kann man natürlich auch andere immer wieder hinweisen und sagen danke nein!
00:39:31: Ich setze jetzt hier eine eigene Grenze Also in dem ich auch sage danke, dass du deine Meinung mit mir geteilt hast.
00:39:37: Aber ich brauche gerade keine Unterstützung und das kann ich ganz ruhig und klar sagen wenn ich es eben vorbereitet habe.
00:39:43: Und die zweite Frage ist übrigens beim Thema Beratung Wenn ich ein beratungsauftrag habe bin ich dafür kompetent?
00:39:52: Ich bin dann kompetente wenn ich mich fachlich weiterbilde wenn ich fachlisch argumentieren kann.
00:39:56: Es wäre zumindest meinen Anspruch Das fällt der Kita Dass es nicht nur eine persönliche meinung geht und dass übrigens auch lebenserfahrungen allein keinen nicht automatisch dazu führt, dass ich eine Expertise habe und andere beraten kann.
00:40:10: Lebenserfahrung kann super wichtig sein.
00:40:12: auch persönliche subjektive Erfahrung kann superwichtig sein.
00:40:14: wir dürfen sie nicht mit fachlicher evidenzbasierter ja fachlichen evidenz basierten konzepten quasi verwechseln.
00:40:25: ja beides ist wichtig aber beides hat ne unterschiedliche funktion.
00:40:30: Das ist auch was, das mir viel auffällt.
00:40:31: Dass in Kindertageseinrichtungen viel auf der Basis von Meinungen dann diskutiert wird also viel auch weil Sachen tradiert sind so und das haben wir halt immer so gemacht.
00:40:41: aber ich glaube viel ist auch einfach eigene Meinung.
00:40:43: was ich jetzt gerade denke was jetzt gut wäre und was man im erwachsenen Kopf für allgemein bestätigt hält was Kinder brauchen.
00:40:55: Also das habe ich auch, wenn ich dann sage ihr müsst ja nicht den Morgenkreis.
00:40:59: um neun Uhr machen.
00:41:00: Ihr könnt doch den Morgenkreis auch einfach an einem anderen Zeitpunkt machen und toll wäre, wenn der erst mal freiwillig wäre und solche Sachen.
00:41:07: Dass es dann gleich ist ja aber die Kinder brauchen die Struktur und sie brauchen den Rhythmus usw.
00:41:12: Und für viele Kinder stimmt das!
00:41:14: Dann müssen wir uns halt überlegen, für welche Kinder stimmt's nicht?
00:41:17: Wie kriegen wir denn das hin, dass dieser Alltag inklusiv gestaltet sein kann irgendwo damit es für alle passt?
00:41:23: Das heißt er nicht am Morgenkreisfeld weg, das heißt nur der Morgenkreist ist freiwilliger So, das ist der Unterschied.
00:41:29: Und genau was du gesagt hast also wann kann ich denn etwas begründen?
00:41:33: und was ich jetzt gerade noch so gedacht habe?
00:41:36: Ist so das Thema... Was machen Fachkräfte wenn die Leitung von ihnen so ein unfachliches Verhalten eigentlich einfordert, weil das höre ich auch immer wieder.
00:41:49: Dass auch Leitungen nicht im klaren Sicht drüber sind, wann ist was Gewalt?
00:41:52: Wann kommen wir hier in Kinderschutzbereiche, sondern es einfach nur heißt sich erwartet es aber von dir als Fachkraft, dass du das jetzt so machst und dann hat man ja auch nochmal eine Machtasymetrie einfach auch drin.
00:42:05: Genau und deswegen ist es auch so großartig, dass sie an eurem Buch gleich im ersten in den Grundlagen im ersten Kapitel über Macht- und Machtverhältnisse sprechen.
00:42:14: Weil die wirken ja nicht nur zwischen Kindern oder Erwachsenen.
00:42:16: Die wirken auch unter Erwachsene in pädagogischen Kontexten Und eine Leitung hat einfach eine Macht und dann wird's natürlich immer problematisch.
00:42:26: oder wenn der Träger sagt so und so wird das jetzt gemacht Ja und es steht auch diametral Widerspruch zum offiziellen Gewaltschutzkonzept, die Praxis, die dann da gefordert wird.
00:42:38: Und auch da kann ich mich natürlich bis zu einem gewissen Grad behaupten indem ich ruhig bleibe, indem ich konsequent bleib.
00:42:47: bei kurz es geht hier gerade nur darum dass Ich nicht dazu gezwungen werde etwas zu tun.
00:42:51: Es geht hier noch nicht darum das Qualitätsproblem zu lösen oder das Kinderschutzproblem in der Einrichtung und also Da empfehle ich ähnliche Strategien.
00:42:59: aber klar muss man auch überlegen ist die Einrichtung noch der richtige Ort für mich.
00:43:04: Wir haben immer wieder auch Studierende, die die Einrichten wechseln weil sie sehen ich kann da nichts bewirken und dann kann ich mir immer noch überlegen wie gehe ich?
00:43:13: also kommuniziere ich das dem Träger dass quasi die Leitung hier sowas verlangt?
00:43:19: ja und das sind einfach super schwierige Prozesse.
00:43:24: dennoch finde Spannend und wichtig, sich zu überlegen welche Möglichkeiten habe ich eben erst mal mich selbst zu behaupten.
00:43:33: Und kann ich da auch einige der Beispiele die ich genannt hab im Sinne von Danke?
00:43:39: Ich brauche gerade keine Unterstützung aber magst du noch ein Kaffee?
00:43:42: Das bringt das Thema ja auch wieder so ein bisschen runter.
00:43:46: also ich moderiere einfach ab Und behaupte mich dadurch auch erst mal, damit ich Dinge nicht tun muss, die ich nicht tun will.
00:43:53: Damit löse ich eben kein strukturelles Gewaltschutzproblem in der Einrichtung.
00:43:57: und eine zweite Ebene, die glaube ich auch hilfreich ist und das auch ein Grund, wieso wir das schwierige Kind gemacht haben, ist dass ich den Studierenden auch immer erstmal wieder sage wenn ihr euch behauptet habt und es anders machen dürft oder zumindest in Ruhe gelassen werdet und euch dann nicht ständig Kommentare anhören müsst.
00:44:17: Dann kann es auch eine Chance für die ganze Einrichtung sein, weil tatsächlich passiert das immer wieder, dass Studierende berichten.
00:44:23: Ich habe es so gemacht wie ich das fachlich an der Uni kennengelernt habe.
00:44:27: wir haben zum Beispiel im schwierigen Kind einen großartigen Beitrag von Kariane Höhn des Heikle-Kind Fragezeichen Wie man S-Situation Acht samm gestaltet?
00:44:36: Und wenn Studierenden sagen oder auch andere Praktikerinnen Ich habe das jetzt wirklich so gemacht, also dass Kinder selbst bestimmt entscheiden dürfen was sie probieren.
00:44:45: Dass es kein Probierzwahlen gibt um Nachtisch zu kriegen und ich hab da nicht gleich die Bissstudie ausgepackt, die erklärt, dass das eben sonst körperliche Gewalt ist sondern ich habe mich selbst behauptet Tatsächlich ist es in Anführungszeichen heikle Kind, sei dem mehr und besser und entspannter.
00:45:05: Oder ich habe eben das unkooperative Kind Fragezeichen-Anführungs Zeichen quasi super behandelt wie das Martina Hennoldiges auch vorschlägt.
00:45:15: Ich hab erst mal Zugehörigkeit gesichert und nicht gleich geschimpft damit sich das Kind überhaupt noch als Teil der Gruppe führt.
00:45:20: und dann habe ich versucht rauszufinden was war denn eigentlich los?
00:45:25: Und dann haben wir aber auch als Konsequenz eine Möglichkeit gefunden, wie das Kind beispielsweise auch Dinge wieder gutmachen kann wenn es beispielsweise Gegenstände von anderen zerstört hat oder Kunst.
00:45:37: Also um zu sehen, das heißt jetzt eben nicht Konsequentlosigkeit und lese fair und der kann ja nichts dafür und Überbehütungen und so.
00:45:47: Dadurch haben dann auch andere die Chance wenn ich es anders mache und die Kinder dann nicht mehr herausfordern sind oder weniger herausfordernd.
00:45:55: Und das dann besser klappt, dazu zu lernen?
00:45:58: Manchmal findet dann eben so ein Lernen eher indirekt statt ja und nicht über.
00:46:04: wir schauen uns noch mal alle die Haltung an.
00:46:07: Das kann auch wichtig sein und Ich glaube ist braucht eben so einen ganzen Werkzeug Koffer um in diesen schwierigen Zeiten, weil wir können uns in Deutschland überhaupt nicht auf die Schulter klopfen.
00:46:18: Was die Qualität in Kitas betrifft auch nicht in den Schulen Inklusion katastrophal und zwar nicht Weil alle Lehrer böse sind und alle pädagogischen Fachkräfte Sondern weil wir das bildungspolitisch immer noch nicht auf Die Reihe gekriegt haben im Gegensatz zu anderen Ländern.
00:46:33: Und da brauchen wir so einen ganzen Werkzeug kasten und wofür ich heute aber mal sensibilisieren wollte weil Ich mache das in der Lehre schon sehr lang habe dass jetzt aber noch nie so im Podcast oder so besprochen ist, dieses erstmal sich selbst behaupten.
00:46:46: Und da ist übrigens der erste Schritt den haben wir vielleicht sogar auch vergessen.
00:46:49: erst mal also Fachwissen?
00:46:53: Ist es jetzt Adultismus oder nicht?
00:46:55: Ist das ein Kinderschutzprobleme oder nicht?
00:46:57: oder jetzt auch bei unserem Buch Das Schwierige Kind Wie schaut denn ein schachlicher Umgang aus?
00:47:02: Bin ich fachlich?
00:47:04: und wenn ich mit dessen schon was sicher sein kann aufgrund dieser Wissenshäppchen, weil die Bücher kann man ja wirklich gut am Mittwoch um zehn Uhr abends in der Badewanne lesen.
00:47:13: Also wenn ich mir dessen jetzt erstmal sicher bin, das ist ja schon total wichtig.
00:47:17: Das vergessen wir so oft sich überhaupt erst mal sicher zu sein.
00:47:20: Jetzt weiß ich, dass es adultistisch was wird da schon seit Monaten machen und Ich habe selber für gut gehalten aber jetzt sehe ich das anders.
00:47:28: also euer Buch ist ja wirklich auch nochmal eine Chance zum eigenen Perspektivwechselung nicht nur Für die anderen und beim schwierigen Kind zu verstehen, jetzt kenne ich endlich die acht unterschiedlichen Ursachen von Beißverhalten im Kleinkind-Alter.
00:47:42: Jetzt sehe ich tatsächlich in Tabelle von Dorothea Gutnächt auch was dann der Lösungsansatz zur passenden Ursache ist.
00:47:49: Ich kann es morgen anders machen und das ist so der erste Schritt – ich glaube den vergessen wir viel zu oft – dass durch so ein Fachwissen man sich erst mal selbstbewusst Und dann kann man sich auch besser verteidigen und die Fahne hochhalten.
00:48:09: Das erfordert natürlich trotzdem noch Mut, gerade weil man selber eben jung ist und wie du eben sagst von Diskriminierung getroffen hast.
00:48:17: Und dann kann man darüber hinaus idealerweise auch zeigen, hey also die Studierenden in meinen Seminären, die es da noch schaffen sich zu behaupten.
00:48:26: Ich begleite die dabei ja auch ein ganzes Semester.
00:48:28: Wir begleiten uns da als Gruppe.
00:48:29: Ja wir machen kollegiale Fallberatung.
00:48:31: Die sagen jetzt am Semesterende das war der schönste.
00:48:35: wenn eine Studierende sagt Jetzt hat die Kollegin aber tatsächlich gesagt und uns ist aufgefallen bei dir ist Kind X hier tatsächlich echt ruhig.
00:48:43: Der rastet gar nicht aus was machst du da genau?
00:48:47: Und dann sind wir an einem super Punkt und das ist für die Studierenden auch toll, dass ihr Mut belohnt wurde.
00:48:53: Und da sie plötzlich so indirekt würde vielleicht keiner zugeben sind ja noch Studierende und Praktikanten oder was auch immer, dann aha!
00:49:00: Ja weil andere Fachkräfte, die vielleicht noch nicht die Möglichkeit haben zu sehen, dass sie halt adultistisch handeln oder sich viel verhalten oder die auch vielleicht einfach diese Überzeugung haben, das gehört sich so... sind dadurch oft auch überlastet und herausgefordert.
00:49:18: Ja, weil nur wenn ich Kinder als schwierig label habe nix davon kann ich mir nichts davon kaufen.
00:49:25: also Wenn ich eben drin stecke leider in diesem Loch die anderen sind schuld und meine eigene Verantwortung und meine eigenen Handlungsmöglichkeiten nicht sehe Die wir eben im schwierigen Kind aufmachen ja die ihr ja auch aufmacht was kann ich konkret tun?
00:49:39: wie kann ich es reflektieren wie kann das angehen ohne Oh, also dieses Tabus auch aufzubrechen.
00:49:45: Ja?
00:49:46: Es passiert täglich!
00:49:48: Wir wollen es abstellen aber wir sind alle nur Menschen und wir arbeiten jetzt an uns.
00:49:53: Und da gibt's einfach auch Fachkräfte die stecken in einem Loch.
00:49:57: Die haben die Verantwortung abgegeben.
00:49:59: das ist glaube ich auch ein Riesenproblem.
00:50:00: Sie sehen gar nicht mehr ihre Handlungsmöglichkeiten und Ihre Verantwortung dafür dass sie die Profis sind, die professionellen Kinder sind nicht die Profi.
00:50:09: Die Eltern auch nicht.
00:50:10: Sie sind's und sie haben die verantwortung kann eben das sich behaupten, also sich selbst vergewissern.
00:50:17: Das ist der fachliche richtige Weg, sich dann zu behaupte und dadurch indirekt auch zum Vorbild für andere zu werden.
00:50:26: weil alle pädagogischen Fachkräfte haben den Wunsch wenn sie stark herausgefordert sind entlastet zu werden und dann sind Sie vielleicht manchmal auch pragmatisch ja?
00:50:35: Und dein Beispiel im Morgenkreis sich trauen, deinem Vorschlag zu folgen.
00:50:41: Und ich bin mal da manchmal auch wie Herr Mendt.
00:50:43: Ich sage hey!
00:50:43: Ich bin nur drei Tage da.
00:50:45: jetzt probieren sie es einmal aus und wenn Sie's dann scheiße finden noch nie wieder machen wollen.
00:50:49: Ich krieg's eh nicht mehr.
00:50:50: Ich bin in drei Tagen nicht mehr da aber ich würde sie gerne fast mal ringelrecht zwingen weil ich in so vielen Einrichtungen war und gesehen habe wenn man da dreht.
00:50:58: Stichwort morgenkreis kein Morgenkreis.
00:51:01: zwangender darf auch mal einer weggehen.
00:51:03: Dann machen sich alle das Leben leichter Und dann müssen die ja gar nicht sagen, Frau Tourissi hat ein Recht oder Frau Doktor Tourissie hatten recht.
00:51:15: Wenn sie es sagen... selbst wenn Sie da noch sagen, ja nee machen wir nicht und dann machen Sie das heimlich und dann funktioniert's super!
00:51:21: Ich will nur die Praxis verteidigen.
00:51:23: ich will gar nicht recht haben und ich wert aber also ich hab mich da jetzt.. ich bin jetzt halt auf der Dreiundzwanzig-Jahre dabei.
00:51:29: Ja?
00:51:29: Ich bin halt jetzt da emanzipiert in dem Sinne dass ich mir denke ne.
00:51:33: Ne.
00:51:34: Also Wenn ich schon nichts verändern kann, will ich mich wenigstens behaupten.
00:51:38: Ja?
00:51:38: Und ich will auf keinen Fall Dinge machen von denen ich einfach weiß durch mein Fachwissen.
00:51:42: die sind nicht entwicklungsförderlich und die sind schädlich auch für die Kinder und ihren Selbstwert.
00:51:49: Ich glaube dass vielleicht der Podcast heute mal helfen kann sich überhaupt mal so zu überlegen für sich selbst.
00:51:55: was sind dann so Standard Situation wo sie Aussagen kommen wo ich mich jedes Mal ärger?
00:52:00: Dann zweitens Was ist denn eigentlich die fachliche Begründung?
00:52:03: ja weil Ich tritt es da meine Studierende manchmal auch.
00:52:06: Also wenn dann jemand sich meldet und sagt ja, das ist ja allgemein bekannt, dass Essenszwang oder Probiertzwang schädlich für die kindliche Entwicklung ist, dann sage ich Ja wo steht denn das?
00:52:18: Wie begründen Sie das denn jetzt fachlich?
00:52:21: Und dann tritt sich die auch so ein bisschen weil ich ihnen dann sage Das reicht nicht Allgemeins zu sagen Studien haben gezeigt oder irgendwas.
00:52:29: Welche Studie Wo steht's?
00:52:31: Und in unserem Buch steht es an mehreren Stellen.
00:52:33: Das steht zum Beispiel bei Jörg Maywald im Beitrag Kindeswohl und Kinderschutz, das steht bei Kariane Höhn zum Heiklin-Kind um wirklich zu wissen dass es belegt ist und woher kommt.
00:52:45: ich glaube das dürfen wir auch nicht vergessen.
00:52:46: und auch also bei eurem Buch eben warum ist es denn adultistisch?
00:52:51: Welche Erscheinungsformen ist es konkret damit man es konkret benennen kann?
00:52:55: weil sonst kann man sich nicht behaupten ja wenn man dann genauso wie die anderen einfach nur Dinge sagt, ohne sie belegen zu können.
00:53:04: Und da muss man keine einzelne Studie zitieren.
00:53:06: aber man muss sich klar sein wo ist denn also meine Rückversicherung?
00:53:10: und ich denke da eignen sich das schwierige Kind Fragezeichen herausfordernd am Verhalten.
00:53:14: professionell begegnen sehr gut als auch eben euer Adultismus Buch weil es hat ja im Untertitel erkennen reflektieren abbauen und das Erkennen ist der erste Schritt.
00:53:25: es reflektiert Ich würde jetzt noch diese Selbstbehauptung einbauen Und darüber kann man es dann eben vielleicht auch abbauen.
00:53:31: Und ich glaube, erster Schritt ist eben mit was werde ich konfrontiert?
00:53:34: Was ärgert mich?
00:53:35: Was ist denn wirklich eine fachliche Begründung dagegen?
00:53:37: Weil vielleicht ist das ja doch nur der persönliche Ärger.
00:53:39: Es gibt keine fachlichen Begründen.
00:53:41: und dann zu überlegen, was bin ich denn für ein Typ?
00:53:44: Okay!
00:53:44: Dann wirklich vielen, vielen Dank für deine Zeit hier für den Podcast.
00:53:52: Du hast schon gesagt, man findet dich auf Instagram unter Andrea.Turas also große Folgeempfehlung.
00:53:59: Gibt es sonst noch Möglichkeiten, wie man dich erreichen kann?
00:54:05: Also wenn mein Name in eine Suchmaschine eingibt an Tria Touris und JLU also Justus Liebig Universitätießen hinzufügt dann findet man natürlich auch meine Uni Homepage mit meinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen.
00:54:18: Man kommt zur Arbeitsgruppe Neurodiversität, Neurodivergents- und neuroaffirmative Kindheitspädagogik wo ich mit Sarah Fräse forsche.
00:54:26: Auch da kann man sich natürlich informieren.
00:54:28: Und genau, das sind die beiden Orte wo man sich findet im realen Leben an der Uni Gießen in der ich ja gerade auch in meinem Büro sitze und in den sozialen Medien auf Instagram
00:54:40: sehr schön.
00:54:41: dann bleibt mir nur noch zu sagen vielen Dank nochmal und wir hören uns bestimmt bald mal wieder.
00:54:49: Und auch danke an alle pädagogischen Fachkräfte, die sich trotz dieser schwierigen Rahmenbildigungen mit solchen Themen wie Adultismus und herausforderndem Verhalten eben oft noch nachts um zehn in der Badewanne oder außerhalb der Bardewanne beschäftigen.
00:55:06: Also ich glaube da müssen wir uns immer wieder bedanken dass es da so viele Leute gibt, die was bewegen wollen und was verändern wollen.
00:55:13: Ja dem füge ich nichts mehr hinzu.